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Wilhelm Schneiderhan

Das historische Tier

Rezension zu Terry Eagletons Buch "Das Böse”


Vielen ist Eagleton durch sein Bestsellerbuch Der Sinn des Lebens bekannt. Nun legt Terry Eagleton On Evil - Das Böse vor, ein politisches Buch, an dem sich die Geister scheiden. Denn es behandelt die Sittlichkeit des öffentlichen Lebens, die Schlechtigkeit und das Böse politischer Strukturen: Er kritisiert, dass die Tugend in öffentlichen Angelegenheiten kaum jemals anders als kurz und ungewiss Konjunktur gehabt habe, und dass die Werte, die wir schätzen – Barmherzigkeit, Mitleid, Gerechtigkeit, liebevolle Freundschaft –, weitgehend auf den privaten Bereich beschränkt geblieben seien (S. 180). Dabei geht es ihm nicht nur um das Christentum, sondern auch um die sozialistische und marxistische Heilserwartung. („Aber war das nicht schon immer so? Warum erst nach Auschwitz?“ hinterfragt er scharfsinnig ein bekanntes Argument gegen die Theodizee, dass es nach Auschwitz obszön sei, das Böse und das Leiden weiterhin als etwas darzustellen, das sich mit einem gütigen kosmologischen Plan versöhnen oder rechtfertigen ließe; Kapitel 3, Hiobs Tröster, S. 174). Die Schlechtigkeit geschichtlicher, gesellschaftlicher Verflechtungen, in die wir hineingeboren werden, sei die eigentliche Ursünde (Erbsünde, S. 28, 47ff, 185) der Menschheit. Besserung (politische Erlösung, S. 178) kann es für Eagleton nur durch ein radikales Umdenken (Bekehrung) mit einem Neubeginn geben, nach einer geistigen Wiedergeburt, analog zur Erlösung durch die christliche Taufe. Dazu seien aber Sozialisten, Libertaristen und Konservative unfähig: Auf Leute, die zu viel von der menschlichen Natur erwarten – Sozialisten und Libertaristen etc. – [wartet] eine grausame Enttäuschung. Sie sind versucht die Menschen hoffnungslos zu idealisieren. Bei Konservativen dagegen ist der Spielraum für die Besserung des Menschen entmutigend gering. Sie glauben an die Erbsünde, aber nicht an die Erlösung, während einige Liberale beim Blick durch ihre rosarote Brille zwar die Erlösung, aber nicht die Erbsünde sehen. Für einen gewissen naiven Liberalismus gebe es zwar erhebliche, jedoch überwiegend nur äußerliche Hindernisse auf dem Weg zum Wohlergehen der Menschen, die man beseitigen könne (Seite 181). Wenn man jedoch die politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse in der Welt verbessern wolle, dürfe man sich keinerlei Illusionen machen. Radikale müssten hier einen heiklen Balanceakt vollbringen. Es gelte die Verderbtheit des Menschen schonungslos und realistisch ansprechen, aber man dürfe die Menschen auch nicht so negativ einschätzen, dass jede Veränderung ausgeschlossen wäre. Nachdem die Menschheit bisher oft aus materieller Not heraus schlecht gehandelt hätte, sieht Eagleton eine realistische Chance, die politischen Konflikte zu entschärfen, wenn es gelänge, die materiellen Lebensgrundlagen aller Menschen auf der Erde gerecht zu gestalten (S. 182 f.).

Die Einleitung enthält eine glänzende Einführung in die Ethik. Terry Eagleton fasst zusammen: Menschen können in der Tat ein gewisses Maß an Selbstbestimmung erreichen. Das gelingt ihnen aber nur im Kontext einer tiefen Abhängigkeit von ihresgleichen – einer Abhängigkeit, die sie überhaupt erst zu Menschen macht. Genau das wird, wie wir sehen werden, vom Bösen hintertrieben. Reine Autonomie ist ein Traum vom Bösen“ (S.22). „Weichherzige“ Liberale und „hartleibige“ Marxisten werden von Eagleton belehrt, dass es durchaus böse Taten und Menschen gibt. Wenn man Gut und Böse nur als archaische Kategorien betrachte, welche sich allenfalls auf individuelles Verhalten anwenden ließen, sei nicht einzusehen, warum man den Kampf gegen Hunger, Rassismus oder Kernwaffen oder den Einsatz für Gerechtigkeit als gut bezeichnen könne (S. 24). Er räumt auch mit dem Missverständnis einiger Marxisten auf, die ihre Schwierigkeiten mit der Ethik haben, weil sie Moral mit Moralismus verwechseln und befürchten, der Begriff Ethik könnte von der Geschichte und der Politik ablenken. Dazu führt er weiter aus: Richtig verstanden berücksichtigt die moralische Untersuchung all diese Faktoren. Das gilt für die Ethik des Aristoteles ebenso wie für die von Hegel und Marx. Moralisches Denken ist keine Alternative zum politischen Denken. Für Aristoteles ist jenes ein Teil von diesem. Die Ethik behandelt Fragen nach Werten, Tugend, Eigenschaften und dem Wesen menschlichen Verhaltens, während die Politik sich mit den Institutionen beschäftigt, die dieses Verhalten fördern oder unterdrücken. Hier gibt es keine unüberbrückbare Kluft zwischen Privatem und Öffentlichem. Wie die Moral nicht nur das persönliche Leben betrifft, geht es in der Politik nicht allein um das öffentliche Leben (S. 24 f.).

Diesem Buch legt Eagleton die Auffassung zugrunde, dass das Böse nicht völlig rätselhaft ist, wohl aber die Grenzen alltäglicher sozialer Verhältnisse transzendiert.Das Böse sei metaphysisch, denn es strebe danach, das Gute und das Sein total zu vernichten, nicht nur einzelne seiner Teile, aber es sei nicht zwangsläufig übernatürlich, bar jeder Kausalität. Kunst, Sprache oder Menschen im Allgemeinen sind ja auch mehr als das Spiegelbild sozialer Bedingungen, ohne dass sie vom Himmel gefallen wären. Der Mensch, das historische Tier, überschreite sich ständig selbst und auch seine Geschichte sei ein Prozess der Selbsttranszendenz. Man solle deshalb nicht nur an „vertikale“ sondern auch an „horizontale“ Transzendenz denken (S. 27 f.).

Transzendenz berührt das Unbekannte. Aufgrund unzureichender Erkenntnisse und unvorhersehbarer Zufälle bleiben Prognosen auch über die materielle Welt immer unsicher. In der Politik (z. B. Machtpolitik für Gerechtigkeit) und Wirtschaft (z. B. Manipulation der Geldströme) geht es um „horizontale“ Transzendenz, um Hoffnung auf Zukunft. Bei der„vertikalen“ Transzendenz geht es um die Rätselhaftigkeit unseres Schicksals, um Subjektivität und Faktizität, um Sein und Materie. Man kann darüber nur in analogen, gegenüber ihren Aussageformen transzendenten Chiffren reflektieren. Wir leben in einer Realität, einer Gegenwart, die wir in unserem Innenleben erfahren, ohne je unsere ganze bewusste und unterbewusste Wirklichkeit zu begreifen. Im zwischenmenschlichen Kontakt überschreiten wir zunächst unsere materielle Körperlichkeit in „horizontaler“ Transzendenz. Glaubt man jedoch an eine (unergründliche) Geist-Seele (S. 62 f.) aller Menschen, ist es „vertikale“ Transzendenz.

In der Moderne werde die Seele von der Psyche abgelöst, und die Psychoanalyse scheint die Theologie ersetzt zu haben. Eagleton zeigt in seinem Buch die gemeinsamen Grundlagen von traditioneller religiöser Weltsicht und moderner psychoanalytischer Theorie auf: Sowohl Psychoanalyse als auch Theologie sind Glaubenssysteme, welche sich mit Phänomenen befassen, die letztlich über die Grenzen menschlichen Wissens hinausreichen, ob es sich nun um das rätselhafte Unbewusste oder einen Unergründlichen, Gott, handelt. Beide Systeme sind symbolische Beschreibungen des menschlichen Begehrens, das für den religiösen Glauben im Gottesreich letztlich Erfüllung findet, während es für die Psychoanalyse in tragischer Weise ungestillt bleibt (S. 28). Nach Freuds Lehre von der menschlichen Unzufriedenheit (S. 28) entwickle sich in der Auflehnung gegen das moralische Gewissen (Über-Ich) eine unersättliche obszöne Lust, Thanatos als Todestrieb, welcher als zerstörerische Macht einer Sucht vergleichbar sei (S. 136 ff.). Das Böse ist also einerseits ein moralischer Mangel, aber andererseits auch eine lustvolle zerstörerische Praxis böser Menschen. Eagleton gibt zu bedenken, dass viele Erörterungen des Bösen in jüngster Zeit ängstlich bemüht gewesen seien, sich nicht zu weit von Kant und vom Holocaust zu entfernen. Doch man müsse den Tod der Opfer und den der Übeltäter immer im Auge behalten. In einer neuartigen Verbindung von Theologie und Psychoanalyse gelingt Eagleton nun in Das Böse eine umfassendere und für die Praxis wichtige Charakterisierung des Bösen (S. 28 f.) und die Abgrenzung von der Schlechtigkeit.

Bei den Lesern überwiegt die Zustimmung, dass Eagleton mit Das Böse wiederum ein sehr anregendes und lesenswertes Buch vorgelegt hat. Terry Eagleton, diesem mitreißenden Kenner der Kultur, gelingt es hervorragend, die Subjektivität des Bösen ausgehend von den Meisterwerken der Literatur und Geistesgeschichte herauszuarbeiten (Kapitel 1: Fiktionen des Bösen). Er stützt sich dabei auf zahlreiche Autoren wie Aristoteles, Apostel Paulus, Augustinus, John Scottus Eriugena, Thomas von Aquin, Kierkegaard, Karl Barth, Kant, Schopenhauer, Sigmund Freud, Karl Jaspers, Hannah Arendt, Theodor W. Adorno, Shakespeare, Goethe, Dostojewski, Thomas Mann, Graham Greene, James Joyce, William Golding, Flann O´Brien. Das Buch gibt wertvolle Anregungen zur weiteren Lektüre.

Terry Eagletons Buch Der Sinn des Lebens endet mit der Feststellung, dass wir unfähig seien, selbst in den lebenswichtigen Grundfragen Einigkeit zu erzielen. In Das Böse weist er erneut auf die Grenzen menschlicher Erkenntnisfähigkeit hin, dass wir nur aus einer bestimmten Weltsicht heraus die Wahrheit erfassen und begreifen können (S. 46). Von Rationalisten und Naturalisten, für die Subjektivität und Glaube fragwürdig sind, wird er für transzendierende Erörterungen kaum Zustimmung erwarten, zumal Reflexionen über die „vertikale“ Transzendenz nur analoge, symbolische Andeutungen sein können. Während Eagleton ein Zusammenwirken von Liebe zum Geschaffenen und Sinn für die Realität, Glauben und Vernunft fordert (S. 94), setzen Rationalisten und Agnostiker auf logisches Denken und naturwissenschaftliche Empirie. Doch Naturwissenschaften befassen sich ausschließlich mit Teilaspekten der Vergangenheit, um die Zukunft zu beherrschen, Sein und Wirklichkeit als Ganzes ist prinzipiell kein naturwissenschaftliches Forschungsobjekt. Der rationalistische Philosoph Bertrand Russel würde Eagletons existentielle Reflexion über die Subjektivität dem Dionysischen, Romantischen zuordnen, dem er die apollinische, griechische Denkweise gegenüberstellt: Forschung als wichtiges und gutes Streben nach der objektiven Wahrheit. Ethik ist für ihn nicht durch moralisches Gewissen und sittliches Gesetz vorgegeben. Dennoch vertritt er feste sittliche Prinzipien, »die ethische Prämisse«, welche aber nicht sicher und befriedigend wissenschaftlich begründbar sei – vielleicht könne einmal eine Lösung für diese schwierigen Fragen gefunden werden. Doch die menschliche Rationalität kann irren, soweit sie sich auf den gesunden Menschenverstand stützt, der in Wirklichkeit ein Gewebe stillschweigender Annahmen über die Natur der Dinge sei.

In einer originellen und sehr fruchtbaren Gegenüberstellung (Kapitel 2, obszöne Lust) reflektiert Eagleton die Lehren von traditionellem Christentum, Kant, Schopenhauer und Sigmund Freud (Lehre von Eros und Thanatos – Todestrieb, S.134 ff.). Das Böse ist nach seiner Definition selten, ein realitätsfernes (S.66, 68), sinnlos zerstörerisches (S.79ff, 128), bewusst negatives Tun und Sein (S. 128ff), ein dämonisches Nichts der Verderbnis und Zerstörung (S.95, 158). Dagegen ist die Schlechtigkeit häufig, ein rationales, nützliches, schlechtes Tun (S.178), ein Verhaltensmerkmal. Man sollte über Terry Eagletons gut begründete und politisch wichtige Unterscheidung von evil und wickedness sorgfältig nachdenken, bevor man sie verwirft, und man sollte seinen Rat beherzigen, dass wir uns eher Kopfzerbrechen und schlaflose Nächte machen sollten über die Schlechtigkeit: Einfache Schlechtigkeit - die Zerstörung ganzer Gemeinschaften aus Profitgier oder die Bereitschaft zum Einsatz von Kernwaffen – ist weit häufiger als das reine Böse. Das Böse ist [deshalb] kein Anlass für schlaflose Nächte (S.160). Terry Eagleton betont in Das Böse mehrfach, dass beide Kategorien verwerflich sind und dass Verbrechen, die um eines Zweckes willen begangen werden, weit verwerflicher sein können als solche, die ohne Motiv verübt werden (S. 122). Und er betont: Wenn die Menschen wirklich nicht wissen, was sie tun – um einen bekannten Vers aus dem Neuen Testament zu entlehnen –, sind sie sicherlich nur von mäßiger Moral und keine ausgemachten Schurken. Auch wenn sie die Bedeutung ihres Tuns nur teilweise begreifen oder zwar ganz genau wissen, was sie anrichten, aber wegen eines guten Zwecks für unumgänglich halten, haben sie vielleicht noch nicht die letzte moralische Grenze überschritten. Ich sage »vielleicht«, weil Stalin und Mao für einen Zweck mordeten, den sie für gut hielten – und wenn die beiden nicht die letzte moralische Grenze überschritten haben, wer dann? ( S. 178). Eagleton ist gegenüber dem Leid der unschuldigen Opfer in der Geschichte der Menschheit keineswegs gleichgültig. Er analysiert in diesem Buch das Böse und die Schlechtigkeit der politischen und wirtschaftlichen Systeme, die untrennbar mit dem Leiden zahlloser Individuen verbunden sind, und er verurteilt die bisherige Geschichte der Menschheit: In gewissem Sinne haben die moralischen Absolutisten recht. Die einzige Unterscheidung, die zählt, ist tatsächlich die zwischen Gut und Böse. Allerdings nicht in dem Sinn, den sie sich vorstellen. Moralisch betrachtet lassen sich die Menschen im Grunde danach unterscheiden, ob sie anerkennen oder nicht, dass die Geschichte bislang überwiegend aus Blutvergießen und Despotismus bestand, dass Gewalttätigkeit für unsere Spezies weit charakteristischer war als zivilisiertes Verhalten und dass viele Menschen, die auf unserem Planenten geboren wurden, weit besser gefahren wären, wenn ihnen das Licht der Welt erspart geblieben wäre (S. 188 f.).

Eine große Gefahr für eine moralische Umgestaltung der politischen Verhältnisse sieht Eagleton in gewissen populären, neoliberalen Strömungen: Paradoxerweise bedeutet heute ein blinder Progressivismus ein größeres Hindernis für politische Veränderungen als das Wissen um die Alpträume der Geschichte. Die wahren Antirealisten sind Leute wie der Naturwissenschaftler Richard Dawkins mit seiner unglaublich selbstgefälligen Überzeugung, wir würden alle immer freundlicher und zivilisierter (S. 189). Dagegen sei die Geschichte für Radikale beides – sowohl Zivilisation als auch Barbarei, denn beide seien unauflöslich miteinander verflochten. Wenn man Autoren wie Dawkins lese, begreife man, warum die Doktrin vom Bösen oder der Erbsünde eine radikale Glaubenslehre sein kann, besagt sie doch, es stehe so schlecht um die Welt, dass sie nur durch eine tiefgreifende Veränderung ins Lot gebracht werden könne (S. 191).

Die Unterscheidung zwischen der Schlechtigkeit und dem Bösen ist für Eagleton „weit mehr als bloße Wortklauberei“ (S. 192). Seine Unterscheidung führt, unter Widerlegung aller bekannten Gegenargumente, zur der klaren Aussage, dass der Nazismus dem Bösen zugehört (S. 120 ff., 186) und nicht der Schlechtigkeit. Folgerichtig führt seine Unterscheidung aber auch zur Geißelung der Schlechtigkeit, der utilitaristischen politischen Unmoral und der freien Märkte (S. 173), der skrupellosen Machtpolitik der Staaten und der sich selbst dienenden schrankenlosen internationalen Geldströme. (Schon Aristoteles wusste um die Transzendenz des Tauschwerts; S.45.) Sie führt ihn auch zur aktuell wichtigen Schlussfolgerung, dass dem internationalen Terrorismus als Schlechtigkeit mit Vernunft begegnet werden solle, weil er noch ein gewisses Maß an Rationalität besitze (S. 192). Dabei müssten wir uns immer bewusst sein, dass der Mensch ein »historisches Tier« (S. 28) ist: Politische Konflikte könne man nur lösen, wenn man berücksichtige, dass der Mensch angeborene Neigungen und Instinkte hat, dass er in der Gegenwart potentieller Raubtiere Furcht, Unsicherheit und Feindschaft empfindet (S. 54 f.) und dass er eine existentielle Angst vor Identitätsverlust und dem Nichtsein des Todes hat (S. 15, 125).

Eagleton weist wiederholt auf einen der erstaunlichsten Widersprüche des Bösen hin, auf dessen Janusköpfigkeit mit »engelhaftem« inhaltsleeren Idealismus und mit »dämonischer« zynischer Lust auf Zerstörung und Vernichtung. Gerade der Nazismus vereinte diese beiden Gegenpole des Bösen in sich, den wirklichkeitsfremden Idealismus mit Opfermut und Reinheitsphantasien und die sinnlose Lust am Quälen und Zerstören (S. 95 ff.). Wenn Eagleton also das Böse, in seiner dialektischen Widersprüchlichkeit – Entfremdung des Geists von der Wirklichkeit gepaart mit sehr realer Verderbnis und Zerstörung – aus verschiedenen Blickwinkeln sorgfältig beleuchtet, doch dem Leser seine Meinung nicht aufdrängt, ist es wenig hilfreich, aus dem Zusammenhang gerissen, einzelne Sätze in Frage zu stellen, wie das verbreitete Praxis ist. Und wer Terry Eagleton seine korrekte Auslegung der Lehre des Christentums über Erlösung, Ursünde (Erbsünde) und Theodizee (Kapitel 3: Hiobs Tröster) als Inkonsistenz vorhält, bekennt sich (vielleicht ohne sich dessen bewusst zu sein) zu einem positivistischen, postmodernen oder politischen (sozialistischen, konservativen, libertären, linken) Dogma.

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